Der Hund ist, was er frisst

Rohfütterung -

für die einen eine große Hürde, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen oder weil die Befürchtung, dass es viel Zeit kostet, sie daran hindert, es auszuprobieren -

für die anderen gesunder Fressspaß mit frischen und natürlichen Nährstoffen. 

 

Barfen ist seit einigen Jahren sehr im Trend in der Hundeernährung und selbst große Futtermittelhersteller springen auf diesen Zug auf und verkaufen Fertig-Barf.

Doch es ist nicht damit getan, etwas Fleisch und Gemüse oder die Fertig-Barf Packung in den Napf zu legen!

 

Wer "frei Schnauze" einfach Fleisch füttert, ohne den Bedarf und die Nährstoffe des Hundes zu beachten, versorgt den Hund nicht ausgewogen. Dies ist sicher auch ein Grund, weshalb viele Tierärzte "Barf-Gegner" sind, da sie letztlich mit den Hunden konfrontiert werden, die durch eine unausgewogene Rohernährung Schäden am Bewegungsapparat oder an den Organen haben. Insbesondere, aber nicht nur, bei Welpen und kranken Hunden sollte eine selbst zusammengestellte Futterration deshalb immer bezüglich des Bedarfs an Mineralien und Vitaminen berechnet werden. Eine Knochen- und Innereienfütterung ist wichtig oder muss über entsprechende Zusätze ersetzt werden. Oftmals können auch Bedarfe mancher Spurenelemente nicht über die normale Fütterung gedeckt werden, sondern müssen über Nahrungsergänzungen zugeführt werden. Dies liegt z.B. an der Massentierhaltung von Rindern, die dazu führt, dass im Gegensatz zum Weiderind andere Aminosäuren, weniger entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren und mehr entzündungsfördernde Omega-6-Fettsäuren vorhanden sind. Dazu werden Tiere in Massenhaltung häufiger mit Antibiotika behandelt.

Zu Fertig-Barf muss zusätzlich angemerkt werden: Oftmals ist dieses schlecht deklariert, wodurch der Vorteil der Rohfütterung, dass man als Besitzer nämlich weiß, "was wirklich im Hund landet", leider hinfällig ist. Dazu wird oft minderwertiges Fleisch oder bindegewebige, schlecht verdauliche Anteile des Futtertiers verarbeitet, was zu Blähungen führen kann.

Es stimmt also: Eine Rohfütterung bedeutet immer einen Mehraufwand im Vergleich zur Fertigfutterfütterung. Allerdings hält sich dieser mit einem guten Futterplan in Grenzen. Ich selbst portioniere beispielsweise einmal im Monat und friere dann portionsweise ein - das bedeutet einen Aufwand von 2-3 Stunden im Monat pro Hund bzw. von 6 Minuten pro Tag. Mit der Sicherheit, damit bedarfsgerecht und ausgewogen zu füttern und dem sichtbareren Vergnügen meines Hundes beim Fressen, würde ich auch einen Mehraufwand von 10 Minuten am Tag in Kauf nehmen.

Bei Bedenken und Fragen hinsichtlich der Rohfütterung freue ich mich über eine Kontaktaufnahme.